Milch und Fleisch gehören zusammen!

Ein Projekt des Arbeitskreises Produktion und Vermarktung des Ernährungsrats Frankfurt in Kooperation mit dem Ernährungsrat Marburg und Umgebung (EMU) 

Das Projekt wird bei BIONALES e.V. von Anna-Mara Schön zusammen mit der Seelbacher Ziegenkäserei (Claudia Smolka) und Die Fleckenbühler (Christoph Feist) verantwortet.

Problem:

Wo Nachwuchs zur Milchproduktion gezogen wird, werden naturbedingt auch männliche Nachkommen gezeugt. Diese werden i.d.R. als Schlachttiere großgezogen. Der Absatz dieser Tiere, vor allem in Biobetrieben, ist häufig mit großen Herausforderungen verbunden. Nicht selten müssen Erzeuger*innen ihre Tiere sehr früh schlachten lassen, in die konventionelle Schlachtung geben und/oder in weiter Entfernung zum Ursprungshof schlachten lassen. Die vorhandene Direktvermarktung bedarf einer großen Anstrengung, da Zickleinfleisch bei uns einfach nicht so gängig ist oder – in Bezug zu anderen Tieren – das Fleisch recht teuer ist und aufgrund der Züchtung in Richtung Milchleistung nicht die gewohnte (Supermarkt-)qualität hat.

Den meisten Erzeuger*innen wäre es allerdings viel lieber, ihre Tiere direkt zu vermarkten, bzw. hier eine größere Verbindlichkeit zu erzeugen, im besten Fall mit dem gleichen Kundenstamm, der auch die Milch und Milcherzeugnisse (bzw. im Falle von Hühnern die Eier) der weiblichen Tiere konsumiert, denn: Milch und Fleisch gehören zusammen!

Projektziele: 

Es soll ein System erarbeitet werden, um neben einer guten Käsevermarktung auch das Zickleinfleisch (als Pilotprojekt) als wertvolles Erzeugnis zu etablieren. Die Vermarktung des Fleischs als „hochwertiges Nebenprodukt“ soll hierbei im Fokus stehen. Im Vordergrund steht eine bessere Planungssicherheit der Erzeuger*innen auf der einen Seite und eine bessere Aufklärung zu landwirtschaftlichen Prozessen auf der anderen Seite. Somit werden mehr Wertschätzung auch den männlichen Tieren gegenüber, vor allem aber eine stärkere Verbindung zum/zur Erzeuger*in und den erzeugten Produkten seitens der Kund*innen geschaffen. Im Kern geht es neben dem Aufbau einer neuen Vermarktungsstruktur darum, den Kund*innen zu vermitteln, dass Fleisch und Milch(-produkte) zusammengehören. Dem/der Verbraucher*in wird so die Möglichkeit gegeben, verantwortlich alle Nebeneffekte der Käseherstellung mitzutragen und sich aktiv am Betriebsgeschehen zu beteiligen. Ein solches System zur Unterstützung regionaler Wirtschaftskreisläufe soll also nicht „einfach nur“ die Vermarktung ankurbeln und für die Erzeuger*innen planbarer machen, sondern auch die Verbindung zwischen landwirtschaftlichen Erzeuger*innen und städtischen Konsumenten*innen noch mehr in den Vordergrund rücken. 

Erste Schritte: 

Nach Projektstart Mitte März 2021, werden nun erste Texte zur Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsförderung für die Problematik erstellt. Weiterhin werden verschiedene bereits entwickelte Onlineplattformen miteinander verglichen, um hier das passendste Instrument zu identifizieren. Als dritter Schritt wird dann dieses Tool in Kombination mit den erarbeiteten Texten in einem Pilotprojekt von der Seelbacher Ziegenkäserei getestet. Nach dem ersten Testlauf mit diesem Hof und einer gründlichen Evaluierung wollen wir dann das Projekt für weitere Höfe, die Jahr für Jahr den gleichen Vermarktungsherausforderungen gegenüberstehen, öffnen. 

Mitarbeit, Zuarbeit, Kontakte, konstruktive Kritik und Ideen sind uns stets willkommen. 

Ansprechpartnerin:

Wer Interesse an Ziegenfleisch hat, schreibt bitte direkt Claudia Smolka an: info@seelbacher-ziegenkaeserei.de