Im Vorfeld der Kommunalwahl hat das Bündnis “Ernährungswende in Frankfurt” unter dem Dach des Ernährungsrats diverse Fragen an Parteien verschickt, die im Stadtparlament vertreten sind – die Wahlprüfsteine 2026.
Die angefragten Parteien CDU, DIE GRÜNEN, DIE LINKE, FDP, SPD und VOLT setzen unterschiedliche Schwerpunkte im Kontext der Ernährungswende in Frankfurt. Nachfolgend eine Auswahl von Vergleichspunkten aus drei Themenfeldern.
Hinweis: Der vorliegende Text stellt eine Auswahl zentraler Schlaglichter dar. Die vollständigen Antworten der Parteien wurden auf der Website des Ernährungsrates im Wortlaut veröffentlicht unter:
Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026
Schul- und Kitaverpflegung
Alle Parteien betonen die Bedeutung einer hochwertigen und gesunden Verpflegung. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Frage, wie stark die Stadt selbst die Verantwortung übernehmen soll und wie verbindlich Standards ausgestaltet werden. SPD und DIE LINKE sprechen sich für eine stärkere kommunale Verantwortung bis hin zur Rekommunalisierung aus. DIE LINKE fordert mindestens 30 % Bio in Kitas mit perspektivischer Steigerung. Auf den bestehenden 30-Prozent-Standard in der Schulverpflegung verweist die SPD, die diesen auch auf Kitas übertragen will. Die GRÜNEN wollen ökologische, regionale und pädagogische Kriterien „verbindlich festschreiben, soweit rechtlich möglich“ und Modellprojekte ausweiten. Volt betont, dass bei der Auswahl der Anbieter:innen für Schul- und Kitaessen ökologische, soziale und regionale Kriterien stärker berücksichtigt werden sollen. CDU und FDP setzen auf eine Weiterentwicklung der bestehenden Ausschreibungen mit klaren Qualitätskriterien und Transparenz; eine verpflichtende vollständige Rekommunalisierung ist nicht vorgesehen.
Bio-regionale Wertschöpfung
Eine Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten befürworten alle befragten Parteien. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Frage, ob es feste Vorgaben geben soll und wie konkret die Stadt die Umsetzung steuert. Die Grünen wollen eine kommunale Ernährungstrategie entwickeln..Volt spricht sich für die systematische Berücksichtigung ökologischer, sozialer und regionaler Kriterien im Hinblick auf die Ausgestaltung eines auch in Krisenzeiten resilienten Ernährungssystems aus. Die SPD hält Kampagnen bei den städtischen Mitarbeitenden zur gesunden Ernährung für denkbar DIE LINKE fordert die Unterstützung kommunaler Gemeinschaftsgärten und die schrittweise Umstellung in den Casinos für städt. Bedienstete, unter Bevorzugung regionaler und ökologischer Produkte . Die CDU will sich weiterhin für den Erhalt der örtlichen Landwirtschaft und Selbstvermarktung einsetzen, und die FDP spricht sich für Pilotprojekte in Kitas, Schulen und Kliniken und für Transparenz zur Herkunft der Lebensmittel aus
Lebensmittelverschwendung
Beim Thema Lebensmittelverschwendung unterscheiden sich die Parteien insbesondere bei Zielgrößen und der Frage eines Monitorings. GRÜNE und Volt verweisen auf Einsparpotenziale von „30–50 %“ und unterstützen eine systematische Erfassung von Abfällen. DIE LINKE befürwortet eine Priorisierung der Zero Waste Strategie im städtischen Haushalt. Die SPD schlägt die finanzielle Unterstützung von Lebensmittelrettern aus einer möglichen Verpackungssteuer vor. CDU und FDP setzen auf Sensibilisierung durch Beratung und Schulungen.
Die weiteren Wahlprüfsteine betreffen:
- Vermeidung Einwegverpackungen, – geschirr im ToGo u. Veranstaltungsbereich
- Schaffung einer zuständigen Stelle für nachhaltige Ernährung in der Stadtverwaltung
- Erhaltung fruchtbarer Böden, Förderung ökologischer Landwirtschaftsflächen
- Unterstützung des Angebots bio-regionaler Lebensmittel auf Frankfurter Wochenmärkten
- Etablierung eines House of Food
- Förderung gemeinnütziger Stadtteilküchen