Pressemitteilung – Hessische Allianz begrüßt Beschluss zum EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur

und weist auf die Bedeutung des Ressortzuschnittes des hessischen Ministeriums für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hin

Neumorschen (bei Eschwege), 14. Juli 2023 – Die hessische Allianz für die Agrar- und Ernährungswende begrüßt die Entscheidung des EU-Parlaments zum Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Die Vertreter*innen aus Ökolandbau, Naturschutz und Ernährungsinitiativen in Hessen weisen dabei auf die große Bedeutung für den Klima- und Umweltschutz hin. Mit Blick auf die Landtagswahl in Hessen und die Forderungen nach einem neuen Ressortzuschnitt des Ministeriums spricht sich die Allianz gegen einen Umbau von Verwaltungseinheiten im Bereich Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz aus.

Durch den Beschluss aus Straßburg sieht sich die hessische Allianz in ihren Zielen gestärkt: „Wir brauchen von Seiten der Politik schnelles und effizientes Handeln zugunsten einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Erzeugung im Einklang mit der Natur, denn zum Umwelt- und Klimaschutz zählt eindeutig auch eine Agrar- und Ernährungswende“, erklärt Dr. Susanne v. Münchhausen, Sprecherin der Allianz und des Netzwerkes der hessischen Ernährungsräte.

Für die Organisationen und Initiativen in der Allianz gibt es keinen Grund, einen Gegensatz zwischen Umwelt- und Naturschutz und der landwirtschaftlichen Produktion aufzumachen, wie es in der EU-Debatte zum Gesetz zur Wiederherstellung der Natur geschehen ist. Auch die Pläne der hessischen CDU und SPD, die die Trennung der zusammenhängenden Bereiche und die Schaffung eines eigenständigen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft sowie Weinbau vorsehen, lehnt das Bündnis deutlich ab. Zumal der Umwelt- und Klimaschutz mit der Landwirtschaft durch die gemeinsame Agrarpolitik der EU und die Förderung über die zweite Säule verbunden ist.

Das Bündnis fordert, dass Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hessen auch nach der Landtagswahl weiterhin in einem Ressort verortet bleiben. Nur so könne es gelingen, Belange des Klima-, Umwelt- und Naturschutzes und der Landwirtschaft mit wenig Reibungsverlust abzustimmen und zu guten Lösungen für alle zu kommen. Kontroverse Debatten könnten innerhalb eines Hauses besser zu führen sein als über Bereiche, Ressorts und Ministerien hinweg.

Eine Trennung der Bereiche Landwirtschaft, Klima- und Umweltschutz stünde einer zukunftsorientierten Agrar- und Umweltpolitik aus Sicht der Allianz im Wege.

Hintergrund:

Am 15. Juni 2022 gründeten der BUND Hessen, der NABU Hessen, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), die Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Slowfood sowie das Netzwerk der hessischen Ernährungsräte mit dem Verein BIONALES – Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung, die inzwischen etablierte „Hessische Allianz für die Agrar- und Ernährungswende“.

Die Organisationen setzen sich für eine ökologisch bzw. umfassend nachhaltig ausgerichtete Landwirtschaft sowie eine gute und nachhaltige Ernährung ein. Das Engagement der Allianz richtet sich an Politiker*innen, den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und die Verbraucher*innen in Hessen. Ziel ist es, auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam zu machen und ein konsequentes, gemeinsames Handeln einzufordern. Denn das ist dringend erforderlich, um eine ökologisch und sozial ausgerichtete Landbewirtschaftung mit ihren regionalen Wertschöpfungsketten zu stärken. Nur wenn alle Verantwortlichen jetzt (endlich) aktiv werden, lassen sich unsere natürlichen Lebensgrundlagen langfristig schützen!

Bei Fragen zu dieser Pressemeldung stehen für Rückfragen gern bereit:

Peter Kirch, Referent für Agrarpolitik, Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e.V.:
Peter.kirch@voel-hessen.de, 0170 412 9067

Susanne v. Münchhausen, Sprecherin des Ernährungsrates Frankfurt/M und Mitglied des Vorstandes von BIONALES e.V.
s.vonmuenchhausen@ernaehrungsrat-frankfurt.de