von Corinna Fück
Das war das Motto unseres SIMONE Auftakt-Workshops, in dem wir uns am 1.12.2025 der Weiterentwicklung des regionalen Ökolandbaus gewidmet haben. Unter professioneller Mediation haben wir uns zunächst mit 13 Bio-Landwirten die Fragen gestellt:
- Wie geht es weiter mit dem Ökolandbau in Hessen?
- Was braucht es, damit Landwirte als innovative Unternehmer auftreten können?
- Wie können zukunftsfähige Geschäftsmodelle etabliert werden?
Einige Ideen sind zusammengekommen: 49 um genau zu sein! Die wurden dann gemeinsam in 12 Themengebiete gegliedert und diese wiederum von jedem einzelnen anhand von Klebepunkten nach Relevanz bewertet, sodass die Themengebiete für den Tag priorisiert werden konnten.

Das Kredo war „lasst uns Lösungen entwickeln, die wir aktiv mitgestalten und tatsächlich beeinflussen können“, sodass zwar wichtige, aber nicht im Wirkungskreis der Teilnehmer liegende Problemstellungen, wie das Bildungssystem oder die Grundhaltung des Sektors, nicht bearbeitet wurden.
Die fünf relevantesten Themen, die als beeinflussbar bewertet wurden waren:
- Marketing & Außendarstellung: Bio muss als moderner Lifestyle etabliert werden, um mehr Ressourcen in den Sektor zu ziehen (finanziell, kognitiv, personell)
- Vernetzung Biobetriebe: Der Austausch untereinander öffnet Scheuklappen und reduziert Konkurrenzdenken und ermöglicht gemeinsames Wachstum
- Wertschöpfungskette/ Regionale Kooperationen: Vor- und verarbeitungsbetriebe fehlen. Das ist bekannt, wie schaffen wir es trotzdem zu kooperieren
- Unternehmerwohl: Coaching und Beratung zu ökonomischer Unternehmensführung und Softskills fehlt, insbesondere bei Hofnachfolge bzgl. Zertifizierungen/ Auflagen
- Alternative Geschäftsmodelle: Welches Potential steckt noch in Landwirtschaftsbetrieben, nebst dem klassischen Direktvertrieb. Von Hoffesten bis soziale Landwirtschaft werden teils schon Themen umgesetzt, was gibt es noch?
Um bestmöglich arbeiten zu können, wurden die Teilnehmer in Kleingruppen aufgeteilt, um im weiteren Verlauf des Tages potenzielle Lösungsansätze für die Problemstellungen zu erarbeiten.
Da die Gruppengröße nicht mehr als drei Kleingruppen zuließ, wurden die drei Themen Marketing, Vernetzung und Wertschöpfungskette bearbeitet, während Unternehmerwohl und alternative Geschäftsmodelle im Nachgang bearbeitet werden müssen.
In der ersten Gruppen-Workshopphase wurden die Problemstellungen weiter erörtert und erste Lösungsideen festgehalten. Anschließend wurden diese nacheinander der gesamten Gruppe vorgestellt, Feedback eingeholt und gemeinsam diskutiert.
In der zweiten Gruppen-Workshopphase wurde das Feedback aus den Diskussionen in die vorherigen Überlegungen eingearbeitet und diese dann final vorgestellt. Es sind einige Maßnahmen und ToDo´s entstanden, an denen in den nächsten Wochen und Monaten weitergearbeitet wird.
Beispielsweise werden Folgeworkshops mit weiteren Stakeholdern der Biobranche organisiert, um die Ergebnisse und Potentiale zur Umsetzung weiter zu vertiefen, während bereits an der Vernetzung der Betriebe gearbeitet wird.

