Forderungen an die Stadt Frankfurt am Main

Endlich eine kommunale Ernährungsstrategie für Frankfurt am Main entwickeln: 9 Forderungen an unsere Stadt

Die Themen Regionale Versorgung und gesunde Ernährung machen auch in Zeiten von Corona keinen Halt – im Gegenteil, sie sind aktueller denn je. Vor diesem Hintergrund stellte der Ernährungsrat Frankfurt am 07. April 2020 seine Forderungen an die Stadt Frankfurt am Main vor, um die Voraussetzungen für eine nachhaltige Ernährung für alle Bürger*innen zu schaffen.

Den Rahmen hierzu gab ein virtuelles Pressefrühstück über Videokonferenz und Brötchen-Lieferservice per Lastenrad an die teilnehmenden Journalist*innen.

Die Forderungen, welche der Ernährungsrat Frankfurt an sämtliche hauptamtlichen Dezernenten übergab, wurden von vielen Mitgliedern des Ernährungsrates in einem offenen Beteiligungsprozess mit mehreren Workshops erarbeitet und repräsentiert damit eine große Bandbreite aller Akteure, die sich in der Stadt mit dem Thema nachhaltige Ernährung auseinandersetzen.

„Die Stadt braucht eine Strategie, wie sie zukünftig mit dem Thema Nachhaltige Ernährung umgehen möchte“, erklärten Bärbel Praetorius und Joerg Weber, beide Sprecher*innen des Ernährungsrates Frankfurt. Dies sei nichts Neues, so könne man auf die Erfahrung anderer deutscher und europäischer Städte zurückgreifen, die schon seit längerem über eine solche ernährungspolitische Strategie verfügten. „Auch das Land Hessen ist gerade dabei, sich eine Ernährungsstrategie zu erarbeiten. Die konkreten Herausforderungen liegen aber auf kommunaler Ebene. Frankfurt als größte hessische Kommune könnte hier beispielhaft vorangehen“, so Praetorius und Weber. Inhalte dieser Strategie könnten Maßnahmen oder Projekte sein, wie sie nun der Ernährungsrat mit seinen Forderungen formuliert hat.

Womit sie schon zur zweiten Forderung übergingen: „Um diese Strategie zu erarbeiten und dann zu implementieren, braucht es einer zentralen Stelle in der Stadt“. Oft seien Zuständigkeiten nicht klar geregelt, oder aber unübersichtlich in der Verwaltung dezentral verteilt, erklärt Weber. Dies erschwere die Kommunikation mit den Bürger*innen und der Stadt, aber auch innerhalb der Verwaltung. Eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle könne hier abhelfen. „Die Stadt würde außerdem zeigen, dass sie dem Thema einen gewissen Stellenwert einräumt“, so Weber.

Außer Forderungen nach mehr regionaler, saisonaler und bio- Ware in den städtischen Gemeinschaftsverpflegungen und auf den Wochenmärkten komme in den Forderungen dem Thema Bildung ein hoher Stellenwert zu.„Gesunde, nachhaltige Ernährung hat viel mit Bildung und Aufklärung zu tun“, erläuterte Praetorius. Dies gelte nicht nur für Kinder im Vorschul- und Schulalter, sondern auch für Erwachsene. „Wir brauchen einen Begegnungsort für alle, an dem man Erfahrungen austauschen kann, sich gegenseitig Unterstützung geben kann, sich vielleicht aber auch nur zum gemeinschaftlichen –natürlich nachhaltigen – Kochen trifft. An so einem Ort könnten auch Verbraucher*innen und Produzent*innen zusammenkommen, um so eine direkte Vermarktung regionaler Produkte zu erleichtern“. Auch für die diese sog. Food Hubs gebe es schon funktionierende Beispiele in anderen Städten.

„Man muss das Rad nicht immer neu erfinden“, sind sich die beiden Sprecher*innen einig. Diese Erfahrung habe man auch als Ernährungsrat gemacht. So habe sich der Ernährungsrat bereits bei seiner Gründung an schon bestehenden Ernährungsräten orientiert; dies habe Zeit und Arbeit gespart. „Dies kann auch die Stadt Frankfurt am Main machen auf dem Weg zu einer kommunalen Ernährungsstrategie“.

Zum entsprechenden Themenbeitrag etwa in der Frankfurter Rundschau gelangen Sie hier.