VI. PermaKulturInseln

Unser Ziel: Frankfurt essbar machen!

Eine regionale Landwirtschaft, die lange Wege vermeidet, biologisch arbeitet, Humus aufbaut und die Bürger*innen mit frischem Obst und Gemüse der Saison versorgt: Wünschen wir uns das nicht alle? Mehr Grün in den Städten, Naherholungsorte, Freizeitmöglichkeiten und mehr soziales Miteinander in den Quartieren: Auch das sind erklärte Ziele der Politik wie der Stadtbürger*innen. Warum nicht beides verbinden? Indem wir auf den städtischen Grünflächen, die oftmals wenig attraktiv gestaltet sind, essbare Inseln erschaffen, mit buntem Obst und Gemüse das Auge erfreuen und gleichzeitig die Frankfurter*innen mit frischer Nahrung versorgen, schaffen wir eine perfekte Synthese und leisten dabei einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wir bewegen uns einen großen Schritt in Richtung Ernährungssouveränität, indem wir uns unabhängiger machen von Nahrungsmittelimporten und Großunternehmen und uns stattdessen wieder erlernen, selbst für unser Essen zu sorgen! 

Essbare Inseln als Lebensorte

Überall in Frankfurt gibt es lieblos sich selbst überlassene Grünstücke, von Efeu überwuchert oder mit nutzlosem Kirschlorbeer geschmückt, die nur darauf warten, einer sinnvollen Bestimmung zugeführt zu werden. Wäre es nicht wunderbar, sich beim Spaziergang durch den Park einen Apfel pflücken zu können oder mit den Kindern auf Himbeerjagd zu gehen? Auf dem Heimweg von der Arbeit an der nächsten Ecke noch schnell einen Salat zu ernten, der eine halbe Stunde später frisch und knackig auf dem Abendessenstisch steht? Überall in Frankfurt essbare Inseln zu kreieren, wo sich die Bewohner*innen der jeweiligen Viertel treffen und gemeinsam in der Erde buddeln und ernten können, das ist unsere Vision. Nicht nur die Transportwege der Nahrung würden so reduziert: Auch die Bürger*innen selbst müssten nicht mehr aus der Stadt flüchten, um sich in der Natur zu erholen, sondern könnten am Wochenende Jungpflanzen setzen, Möhren säen oder sich inmitten von fruchtbaren Beeten im Liegestuhl vergnügen. Die Nachbarschaft würde sich am Wochenende in ihrem Naherholungsgebiet vor der Haustür treffen und gemeinsam werkeln und entspannen. 

Vorbilder in aller Welt

Was klingt wie eine Utopie, ist in vielen Städten bereits Realität. In Todmorden in England entstand 2007 die Bewegung „Incredible Edible“, die sich inzwischen über die ganze Welt verbreitet hat: Zwei engagierte Bürgerinnen begannen, auf städtischen Grünflächen Gemüse zu pflanzen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Rasch schlossen sich ihnen jede Menge Menschen an, und schon bald begann die Kommune, die Bewegung zu unterstützen. Heute floriert in Todmorden der „Gemüsetourismus“! Überall in der Stadt kann man Gemüse und Obst ernten, um das sich die Gemeinschaft kümmert. 

Auch in Deutschland gibt es bereits „essbare“ Städte: Zum Beispiel Andernach. Anders als in England wurde die Initiative hier von städtischen Mitarbeitern ergriffen. In öffentlichen Parks wächst Gemüse, welches von Langzeitarbeitslosen gepflegt wird. 

Frankfurt hingegen steht noch ganz am Anfang: Noch immer dominieren Scherrasen und Ligusterhecken das Stadtbild. Das möchten und werden wir ändern!

Von der Grünen Lunge in die ganze Stadt!

Wer die Grüne Lunge noch nicht kennt, sollte sich schleunigst auf den Weg machen: Denn ein so einzigartiges Gelände hat kaum eine andere Stadt zu bieten! 16 Hektar Grün mitten in der Stadt, wo gibt es so etwas? Oberhalb des Günthersburgparks im Nordend findet sich das teilweise verwilderte Gartengelände, wo zahlreiche seltenen Tier- und Pflanzenarten leben. Das Gebiet eignet sich perfekt für die städtische Landwirtschaft: Verfügt es doch über hervorragende, über Jahrhunderte gewachsene fruchtbare Böden! Seit Anfang 2019 haben die GemüseheldInnen dort begonnen, in mittlerweile 12 Gärten Obst und Gemüse zu pflanzen, das jedeR ernten darf. Gemeinsam mit den GemüseheldInnen ist im AK seit Februar 2020 die erste PermaKulturInsel in der Grünen Lunge entstanden. Dort ist in diesem Jahr prächtiges Obst und Gemüse gewachsen, das wir täglich geerntet haben! Mittlerweile stehen nur noch Stangensellerie und Mangold, alle anderen Kulturen sind schon in die Winterruhe gegangen. 

Seit September 2020 haben wir eine weitere, 1.600 qm große PermaKulturInsel am Bornheimer Hang. Ein Team aus mittlerweile über 20 Personen legt dort einen essbaren Wald an, befreit den teilweise sehr verwilderten Garten von Brombeeren und Goldrute und möchte dort im Verlauf des Winters Beete anlegen, auf  denen im nächsten Jahr ganz viel Gemüse wachsen soll! Weitere PermaKulturInseln sind momentan in Planung: Auf dem Campus Westend möchten wir gemeinsam mit den Studierenden der Goethe-Universität eine Insel anlegen, über die wir gerade verhandeln; und an der Luxemburgerallee im Ostend soll ebenfalls eine Insel entstehen, welche die drei umliegenden Schulen einbindet; auch hierüber sind wir im Gespräch.

Unser Arbeitskreis trifft sich nicht zu bestimmten Zeiten, da wir für jede Insel ein eigenes, autarkes Team haben, welches sich selbst organisiert. Wenn du bei einer PermaKulturInsel mitmachen möchtest oder eine Idee für eine neue Insel hast, melde dich gerne bei uns – dann können wir gemeinsam überlegen, wie und wo du dich am Besten einbringen kannst. Wir freuen uns auf dich!

Kontakt:

Wenn auch du mitmachen möchtest, dann melde dich unter
info@gemueseheldinnen-frankfurt.de