VII. PermaKulturFrankfurt

PermaKulturFrankfurt – der neue Arbeitskreis des Ernährungsrates ab Februar 2020!

Unser Ziel: Frankfurt essbar machen!

Eine regionale Landwirtschaft, die lange Wege vermeidet, biologisch arbeitet, Humus aufbaut und die Bürger*innen mit frischem Obst und Gemüse der Saison versorgt: Wünschen wir uns das nicht alle? Mehr Grün in den Städten, Naherholungsorte, Freizeitmöglichkeiten und mehr soziales Miteinander in den Quartieren: Auch das sind erklärte Ziele der Politik wie der Stadtbürger*innen. Warum nicht beides verbinden? Indem wir auf den städtischen Grünflächen, die oftmals wenig attraktiv gestaltet sind, essbare Inseln erschaffen, mit buntem Obst und Gemüse das Auge erfreuen und gleichzeitig die Frankfurter*innen mit frischer Nahrung versorgen, schaffen wir eine perfekte Synthese und leisten dabei einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wir bewegen uns einen großen Schritt in Richtung Ernährungssouveränität, indem wir uns unabhängiger machen von Nahrungsmittelimporten und Großunternehmen und uns stattdessen wieder erlernen, selbst für unser Essen zu sorgen! 

Essbare Inseln als Lebensorte

Überall in Frankfurt gibt es lieblos sich selbst überlassene Grünstücke, von Efeu überwuchert oder mit nutzlosem Kirschlorbeer geschmückt, die nur darauf warten, einer sinnvollen Bestimmung zugeführt zu werden. Wäre es nicht wunderbar, sich beim Spaziergang durch den Park einen Apfel pflücken zu können oder mit den Kindern auf Himbeerjagd zu gehen? Auf dem Heimweg von der Arbeit an der nächsten Ecke noch schnell einen Salat zu ernten, der eine halbe Stunde später frisch und knackig auf dem Abendessenstisch steht? Überall in Frankfurt essbare Inseln zu kreieren, wo sich die Bewohner*innen der jeweiligen Viertel treffen und gemeinsam in der Erde buddeln und ernten können, das ist unsere Vision. Nicht nur die Transportwege der Nahrung würden so reduziert: Auch die Bürger*innen selbst müssten nicht mehr aus der Stadt flüchten, um sich in der Natur zu erholen, sondern könnten am Wochenende Jungpflanzen setzen, Möhren säen oder sich inmitten von fruchtbaren Beeten im Liegestuhl vergnügen. Die Nachbarschaft würde sich am Wochenende in ihrem Naherholungsgebiet vor der Haustür treffen und gemeinsam werkeln und entspannen. 

Vorbilder in aller Welt

Was klingt wie eine Utopie, ist in vielen Städten bereits Realität. In Todmorden in England entstand 2007 die Bewegung „Incredible Edible“, die sich inzwischen über die ganze Welt verbreitet hat: Zwei engagierte Bürgerinnen begannen, auf städtischen Grünflächen Gemüse zu pflanzen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Rasch schlossen sich ihnen jede Menge Menschen an, und schon bald begann die Kommune, die Bewegung zu unterstützen. Heute floriert in Todmorden der „Gemüsetourismus“! Überall in der Stadt kann man Gemüse und Obst ernten, um das sich die Gemeinschaft kümmert. 

Auch in Deutschland gibt es bereits „essbare“ Städte: Zum Beispiel Andernach. Anders als in England wurde die Initiative hier von städtischen Mitarbeitern ergriffen. In öffentlichen Parks wächst Gemüse, welches von Langzeitarbeitslosen gepflegt wird. 

Frankfurt hingegen steht noch ganz am Anfang: Noch immer dominieren Scherrasen und Ligusterhecken das Stadtbild. Das möchten und werden wir ändern!

Beginnt mit uns in der Grünen Lunge! 

Wer die Grüne Lunge noch nicht kennt, sollte sich schleunigst auf den Weg machen: Denn ein so einzigartiges Gelände hat kaum eine andere Stadt zu bieten! 16 Hektar Grün mitten in der Stadt, wo gibt es so etwas? Oberhalb des Günthersburgparks im Nordend findet sich das teilweise verwilderte Gartengelände, wo zahlreiche seltenen Tier- und Pflanzenarten leben. Das Gebiet eignet sich perfekt für die städtische Landwirtschaft: Verfügt es doch über hervorragende, über Jahrhunderte gewachsene fruchtbare Böden! Seit Anfang 2019 haben die GemüseheldInnen dort begonnen, in mittlerweile 8 Gärten Obst und Gemüse zu pflanzen, das jedeR ernten darf. Gemeinsam mit den GemüseheldInnen soll nun im AK PermaKulturFrankfurt eine von vielen essbaren Inseln entstehen. Ein Garten gleich am Eingang der Grünen Lunge steht bereit und wartet nur darauf, dass Beete in ihm angelegt werden! Helft uns dabei, unsere Vision in die Wirklichkeit umzusetzen und Frankfurt seine Ernährungssouveränität wiederzugeben! 

Der Arbeitskreis trifft sich einmal im Monat im Garten.

Nächstes Treffen ist der 8. März, 14-17 Uhr.

Dazwischen wird selbstverständlich auch kräftig gegärtnert. Unseren Garten erkennt ihr ab sofort am großen weißen Banner. Er befindet sich direkt am Abenteuerspielplatz Günthersburg.

Wenn auch ihr mitmachen möchtet, dann meldet euch unter
gemueseheldenfrankfurt@posteo.de